Diagnostik

Neuropsychologische Diagnostik beinhaltet eine wissenschaftlich fundierte Objektivierung des aktuellen kognitiven Leistungspotentials nach/bei Verletzungen oder Erkrankungen des Gehirns oder psychiatrischen Störungen.

Eine Erfassung der Leistungen der PatientInnen ist von entscheidender Bedeutung für die Planung von therapeutischen, schulischen und beruflichen Massnahmen zur Wiedereingliederung. Durch eine Wiederholung der Untersuchung nach einiger Zeit lässt sich auch der Verlauf einer Störung oder Krankheit beurteilen. Auch für die Beurteilung der Fahrtauglichkeit sind die neuropsychologischen Befunde wichtig.

Rehabilitation

- Beratung / Coaching

Für gesunde Menschen kann es oft schwierig sein, die Reaktionen der PatientInnen zu verstehen, und Verständnis für ihre Probleme aufzubringen. Eine wichtige Aufgabe der NeuropsychologInnen ist die Beratung von Angehörigen, LehrerInnen, ArbeitgeberInnen und TherapeutInnen anderer Fachgebiete (z.B. LogopädInnen, ErgotherapeutInnen), mit denen die PatientInnen zu tun haben.

- Lerncoaching

Bei schulischen und beruflichen Schwierigkeiten, wird basierend auf dem neuropsychologischen Defizit-/Ressourcenprofil ein spezifisches Lerncoaching - welches durch Frau Haltinner Msc (Diplomierte Lerncoach) durchgeführt wird - geplant und zusammen mit den Betroffenen trainiert. Inhaltlich geht es um das Erarbeiten adäquater Lern- und Kompensationsstrategien. Auch der Austausch mit Ausbildern/Arbeitgebern zur Standortbestimmung und gegebenenfalls Neuausrichtung des Förderschwerpunktes gehören dazu. Ziel ist das vermindern von ungünstigen Auswirkungen von neurokognitiven Beeinträchtigungen durch verbesserten Umgang damit.

- Therapie

In der neuropsychologischen Therapie wird der schulische oder berufliche Wiedereinstieg betreut und an den Problemen gearbeitet, die sich für die PatientInnen ergeben, wenn sie lernen müssen, mit einer veränderten Lebenssituation umzugehen.

       Wichtige Anteile einer Therapie sind:

Üben der gestörten Funktionen, Wiedererarbeiten von verlorengegangenen Fähigkeiten (z.B. Wahrnehmungs- und Gedächtnistraining).

Kompensation, das Erlernen des Umgangs mit verminderten Fähigkeiten (z.B. schriftlich rechnen statt mündlich, sich einen Weg mit Wörtern statt mit Bildern merken) und Anpassung (die äusseren Anforderungen anzupassen).

Lebensberatung bei persönlichen Problemen, die im Zusammenhang mit der Behinderung stehen.

- Wiedereingliederung

Die schulische Wiedereingliederung: Nach der Abklärung werden den BetreuerInnen und anderen beteiligten Fachpersonen Empfehlungen abgegeben, damit gemeinsam eine für die PatientInnen geeignete Kindergarten- oder Schulform gesucht und die Wiedereinschulung geplant werden kann.

Die berufliche Wiedereingliederung: Falls möglich, werden die PatientInnen weiterhin an ihrem alten Arbeitsplatz tätig sein. Die Beratung von ArbeitgeberInnen und PatientInnen durch TherapeutInnen kann notwendig sein, damit die PatientInnen für Tätigkeiten eingesetzt werden, die für sie geeignet sind. Wenn eine Tätigkeit im Rahmen des früheren Arbeitsplatzes nicht mehr möglich ist, wird in Zusammenarbeit mit BerufsberaterInnen eine Berufsabklärung eingeleitet, die auf den jetzigen Zustand der PatientInnen abstützt. Gegebenenfalls ist eine Umschulung oder eine geschützte Werkstätte notwendig. Falls die PatientInnen noch nicht berufstätig waren, wird abgeklärt, welche Ausbildung für sie in Frage kommt.